Lennart Scharff - Jan 01 2020

Cannabis Entzug – nicht auf die harte Tour!

Stell dir folgendes Bild vor: Du hast dich sehr auf ein Konzert gefreut, für das du schon lange Karten hast. Du freust dich auf harmonische Musikstücke und entspanntes Zuhören. Alle Musiker sitzen bereits an ihren Instrumenten, sind bereit und blättern in ihren Noten, als der Dirigent auftaucht und seinen Platz einnimmt. Er hebt seinen Stock und setzt zum Dirigieren an. Allerdings wirkt er fahrig und unruhig. Seine Bewegungen und Zeichen laufen anders als es die Musiker gewohnt sind. Sein Dirigieren ist fehlerhaft und unverständlich. Die Musiker sind irritiert und als die ersten Töne erklingen, bekommst du dissonante Klänge zu hören, die an Katzengejammer erinnern. Das trifft dich im höchsten Maße unangenehm. Du möchtest dir die Ohren zu halten, vielleicht sogar raus aus dem Konzertsaal flüchten.

Was das mit Cannabis Entzug und CBD zu tun hat? Nun ganz einfach, der Dirigent steht für dein Cannabinoides-System und nur wenn dein inneres Nervensystem ausgeglichen ist, kann es das körpereigene Orchester kompetent anleiten und dafür sorgen, dass alle Prozesse, ähnlich wie in einem Orchester, harmonisch zusammenklingen. Und nur das löst Wohlbefinden in dir aus.

Hast du dich entschieden, kein Cannabis mehr zu konsumieren, kann es passieren, dass dein Cannabinoid-System, also der Dirigent in deinem Organismus, in den ersten Tagen völlig aus dem Konzept gerät. Das bringt somit logischerweise alle tonangebenden Systeme in deinem Körper gleich mit aus dem Konzept. Für alle, die mit dem Kiffen aufhören möchten, haben wir im folgenden Artikel einige Strategien, um eventuell stärker auftretende Entzugserscheinungen abzumildern. Außerdem gehen wir darauf ein, wie CBD insbesondere CBD Blüten dich bei deinem Entzug unterstützen können.  

Das endogene Cannabinoid-System und dein Entzug

Dieses zentrale Nervensystem hat seine Finger in deinem gesamten Körper im Spiel. Es reguliert deine Immun-, Verdauungs- und Herz-Kreislauf-Prozesse. Es gleicht das Nervensystem aus und hat positive Auswirkungen auf deinen gesamten Organismus. Durch die Einnahme von Cannabis wird das Cannabinoide System positiv stimuliert. Dies hilft deinem Körper die oben genannten Prozesse zu unterstützen und lindert Schmerzen sowie Entzündungen.

Lässt du das Cannabis nun abrupt weg, muss dein endogenes Cannabinoid-System die notwendigen Regulierungsstoffe wieder verstärkt selbst produzieren. Das dauert ein paar Tage, in denen die Prozesse eher wie ein Konzert unter der Leitung eines desolaten Dirigenten ablaufen. Du bist unruhig, aufgewühlt und erlebst das, was man im Allgemeinen Entzugserscheinungen nennt.  

Cannabis Entzug Entzugserscheinungen

Verstärkt wird das Ganze durch die heutige Zusammensetzung des Cannabis. Häufig hat sich der Anteil des rauschhaften THC anteilig stark erhöht, während der unterstützend wirkende CBD-Anteil runtergefahren wird. Das heißt, permanentes Kiffen mit dieser Art von Gras tut deinem Cannabinoiden-System schon im Vorfeld nicht gut. CBD wirkt nämlich auch in Kombination mit dem THC regulierend und vermindert die psychischen Nebenwirkungen des Rauschmittels. Wenn aber kaum etwas der hilfreichen Substanz enthalten ist, fällt das schwer. Dein Zustand lässt sich verbessern, wenn du den Anteil des CBDs im ersten Schritt (z. B. in Form eines CBD-Öls) erhöhst, denn dieser Stoff sorgt dafür, dass dein Körper ausbalanciert wird. Wenn du nun das THC weglässt, kommst du damit auf keinen Fall in einen kalten Entzug.

Wobei der Begriff des Entzugs wie bei einer harten Droge nicht ganz passend erscheint. Verwendet man keine Joints mehr, gibt man eher ein Genussmittel auf, man trennt sich von einer Leidenschaft. Aber das ist im Leben vieler Konsumenten kein ganz leichtes Unterfangen.

Dem Menschen fällt es schwer, gewohntes Verhalten zu verändern: Er ernährt sich eher ungesund als gesund oder verzichtet doch nicht auf den Alkohol am Abend. Allein daran lässt sich erkennen, wie schwierig es ist, sich von einer Leidenschaft zu trennen. Eine Unterstützung durch CBD ist mittlerweile ein anerkanntes Mittel beim Cannabis Entzug und nicht nur in dieser Hinsicht. CBD kommt auch bei anderen Suchtmitteln, wie z. B. bei Alkohol oder Nikotin mit Erfolg zum Einsatz.  

Ab wann kifft man zu viel?

Viele denken, dass man von Cannabis nicht abhängig werden kann und dass der Konsum harmlos sei. Das ist aber ein Irrglaube, denn man kann durchaus eine psychische Abhängigkeit entwickeln. Die folgenden Kriterien weisen auf eine Cannabisabhängigkeit hin:

• Es besteht ein starkes Verlangen oder ein Zwang, Cannabis zu konsumieren


• Eine Toleranz hat sich entwickelt (die Dosis muss erhöht werden, um dieselbe Wirkung zu erzielen)


Unkontrolliertes kiffen - man raucht mehr als eigentlich geplant


• Es treten Entzugserscheinungen auf, wenn man nicht kifft


Vernachlässigung von Freunden, Familie, Hobbies oder der Arbeit


• Trotz bereits schwerer Folgen (Einschlafprobleme, soziale Isolation, Führerscheinentzug),wird weiter gekifft

Kreislauf der Cannabis Sucht

Sollten mindestens drei dieser Kriterien auf dich zutreffen, ist davon auszugehen, dass du abhängig von Cannabis bist.

Abrupter Cannabis Entzug

Zwar sind sich die Experten einig, dass Cannabis im Gegensatz zu anderen Drogen nicht körperlich abhängig macht. Das psychische Loslösen von der Droge ist aber anstrengend genug.

Die Entzugserscheinungen von Cannabiskonsum, die beschrieben werden, sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Manche erleben gar nichts, außer einer etwaigen Unruhe und ein bisschen Schlaflosigkeit. Bei anderen kann die Reaktion um ein Vielfaches heftiger sein. Das hängt von unterschiedlichen Faktoren ab:

➢ von der eigenen Konstitution
➢ von der Menge des Konsums
➢ von der Häufigkeit des Konsums
➢ von der Qualität des Cannabis 

 Menschen, die besonders unter Entzugserscheinungen leiden, erleben heftige Kopfschmerzen, ihnen ist stark übel bis hin zum Erbrechen. Sie fühlen sich gereizt bis aggressiv, verspüren eine starke innere Unruhe und haben das Gefühl, in eine Depression abzurutschen. Ebenso wird häufiges und starkes Schwitzen erwähnt sowie extreme Albträume in der Nacht. 

Logischerweise erhöhen heftige Entzugserscheinungen die Möglichkeit eines Rückfalls, denn wenn das Abstellen der Beschwerden so leicht geht, indem man sich einen Joint besorgt und anzündet, wer hält da schon lange durch? Aus diesem Grund sollte man keinen spontanen Entzug antreten, sondern das Ganze ein wenig planen und sich Unterstützung sichern. Warum CBD dazu gehört, erklären wir nun.

5 Lifehacks, die dir den Entzug erleichtern

 Für deinen THC Entzug solltest du ein paar Maßnahmen ergreifen, um den Prozess so schnell wie möglich hinter dich zu bringen und die Prozedur so angenehm wie möglich zu erleben. Die fünf folgenden Lifehacks helfen dir, den THC Abbau zu beschleunigen und den Joint locker beiseitezulegen.

Entgifte deinen Körper

 Das gelingt dir in erster Linie durch viel trinken. Dafür eignen sich sämtliche Kräutertees, Cranberrysaft oder auch einfach nur Wasser. Entscheide, was dir hier am liebsten ist. Dadurch wird das noch in deinem Körper befindliche THC zeitnah ausgespült. Es findet quasi eine innere Reinigung statt. Unterstützen kannst du diesen Prozess, indem du dich überwiegend basisch ernährst: Das bedeutet in erster Linie viel Gemüse und wenig säurehaltiges Obst. Auch das hilft beim Entgiften und sorgt dafür, dass dein Körper THC schnell abbauen kann.

Aktiviere deinen Körper

Viele Exkonsumenten von Cannabis beschreiben das Gefühl in den ersten Tagen so, als wolle der Kopf sie wieder zum Cannabis zurückziehen. Grade in der Anfangszeit ist es sehr wichtig, eine Alternative zum Kiffen zu finden. Hier hat sich sportliche Betätigung bewährt und vielen hilft es sehr ins Gym zu gehen oder mal eine Runde im Wald zu laufen. Das lenkt ab und reduziert den Suchtdruck! Das bringt uns zum nächsten Punkt.

Strukturiere dich

Gerade in der ersten Zeit solltest du nicht ziellos auf dem Sofa rumlümmeln. Dann fällt dir früher oder später der Gedanke an einen Joint von alleine in den Schoß. Leg dir eine feste Tagesstruktur zu, die dich durch die schwersten Stunden bringt. Das kann ein Projekt sein, das du schon lange angehen wolltest, oder du engagierst dich wieder stärker an der Uni oder in deinem Job. Auch werden Hobbys oft wegen des Konsums vernachlässigt, auch hier kann man wieder angreifen und seine alte Leidenschaft wiederfinden. Je schneller die Zeit für dich verfliegt, umso besser.

Grenze dich ab

Für die Zeit der Entwöhnung musst du deine alten Gewohnheiten aufgeben. Das heißt auch, dich für eine gewisse Zeit von deinem Umfeld zu lösen, das ebenfalls Cannabis konsumiert. Wenn du clean mit ihnen zusammen hängst, wirst du nicht lange durchhalten. Wenn du ihnen dein Vorhaben erklärst, werden echte Freude Verständnis für dich haben.

Hol dir Hilfe

Wenn du den Entzug nicht alleine angehen möchtest, hol dir Unterstützung in deinem Umfeld. Familie und Freunde können dir helfen, dein Vorhaben durchzuziehen. Ein Spieleabend mit der Familie oder eine Runde zocken mit den Freunden kann grade zu beginn des Entzugs eine willkommene Ablenkung sein. Außerdem ist die Chance clean zu bleiben größer, wenn dein Umfeld von deinem Vorhaben weiß. Wenn du dich nicht an Freunde und Familie wenden möchtest, kann man auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen (Links zu Anlaufstellen findest du am Ende des Beitrags). 

Sanfter Cannabis Entzug mithilfe von CBD (Blüten)

Für viele ist es der pure Genuss, einen Joint zu rauchen und grade das aufzugeben fällt vielen sehr schwer. Hier kommen CBD Blüten ins Spiel. CBD Blüten sind quasi dasselbe wie ganz normales Gras, nur eben das der THC Anteil bei unter 0,2% liegt und sie somit nicht berauschen. Viele vergleichen CBD Blüten mit alkoholfreiem Bier. Der Vorteil liegt klar auf der Hand, man kann weiterhin seinen Joint genießen, ohne high zu werden.  

Leider stellt der Cannabis Ersatz auch die ungesündeste Konsumart da, alternativ kann man auch auf einen Vaporizer umsteigen. Das ist zwar nicht ganz dasselbe, aber ein Vape ist auf jeden Fall die gesündere Variante CBD Blüten zu konsumieren.  

CBD Gras - Gelato 3g

Beruhige den inneren Dirigenten in dir

All diese Maßnahmen helfen dir jedoch nicht, wenn es dir bei aller Ablenkung und Aktivität nicht gelingt, Ruhe zu finden. Hier kann CBD helfen: Sowohl CBD als auch THC sind Inhaltsstoffe von ein und derselben Pflanzenart. Dennoch sind sie in vielen Aspekten unterschiedlich. Während THC berauscht und Psychosen auslösen kann, wirkt sich die Einnahme von CBD komplett anders aus. Der CBD-Wirkstoff wirkt wie oben beschrieben im Cannabinoiden-System und stimuliert die positiven Prozesse und beruhigt deinen gesamten Organismus.

Unruhezustände können auf diese Weise ausbleiben, Schlafprobleme stellen sich gar nicht erst ein, ebenso wenig wie Kopfschmerzen oder Übelkeit. Dir wird ein sanfter Entzug möglich und du wirst auf diese Weise durchhalten. Ein weiterer großer Vorteil von CBD ist, dass du nicht von einer Sucht in die nächste schlitterst, denn CBD macht nicht abhängig. Du wirst auch nicht high oder kommst in einen Rausch. Mithilfe von CBD kannst du deinen Körper entspannen und von Leiden oder Schmerzen befreien. Ebenso erlebst du keine psychotische Wirkung. Du bedienst dich der rein positiven Wirkungen der Cannabispflanze. Das hilft dir, die schwierigen Tage durchzustehen.

Es lässt sich festhalten, dass du mithilfe von CBD erst gar nicht unter Entzugserscheinungen leidest oder diese zumindest stark gemildert auftreten. Eventuelle Entzugserscheinungen laufen in deinem Körper zügiger ab, sodass du das gröbste schneller hinter dich bringen kannst. Das macht es dir gerade die ersten Tage leichter durchzuhalten.

Auch psychisch kommst du leichter durch die Tage, wenn du in der These bestätigt wirst, dass du von Cannabis nicht abhängig warst, weil es ja keine bzw. kaum Entzugserscheinungen zu beklagen gibt. Im Gegenteil, du bekommst die positiven Auswirkungen deines beendeten Cannabiskonsums viel direkter mit, fühlst dich nicht mehr faul und träge, sondern auf ganzer Linie klar und ruhig.

Mit dieser inneren Einstellung wirst du dich und deinen Körper wie ein besonnener und kompetenter Dirigent vor dein Orchester stellen können. Dein Cannabinoides-System wird sich entsprechend darauf einstellen und ein harmonisches und in sich ruhendes Konzert abgeben. Dein Organismus läuft. Ein Entwöhnen vom Cannabis ist mithilfe von CBD dann kein Problem mehr.  

Hilfsangebote

Schon mehrfach probiert, das Kiffen sein zu lassen ohne Erfolg? Dann könnten folgende Hilfsangebote für dich interessant sein. Und eines vorweg, es ist keine Schande sich Unterstützung zu suchen! Grade, wenn man alleine Probleme hat, von Cannabis wegzukommen, sollte man sich nicht zu schade sein und eines  der folgenden Angebote nutzten:   

Quit the Shit – Das Programm läuft 4 Wochen, in denen du online begleitet wirst und bei deinem persönlichen Vorhaben sei es, dein Konsum zu reduzieren oder ganz aufzuhören, unterstützt wirst. Die Teilnahme ist anonym und kostenlos! - https://www.quit-the-shit.net
 CANDIS – Das CANDIS Programm basiert auf einem verhaltenstherapeutisch-orientiertem Entwöhnungsprogramm. Es ist speziell für Jugendliche (über 16 Jahre) und Erwachsen entwickelt und umfassend wissenschaftlich erprobt worden. CANDIS wird von 10 Suchthilfeeinrichtungen/ Beratungsstellen angeboten. Die Teilnahme ist kostenlos. - http://www.candis-projekt.de/
Realize it! – „Realize it“ ist ein Beratungsprogramm, das von einer Vielzahl von Beratungsstellen in der Schweiz und in Deutschland Angeboten wird. Die Teilnahme ist kostenlos. - https://www.realize-it.org/    

Fazit

Wir haben in diesem Artikel einige Strategien vorgestellt und dir nützliche Tipps an die Hand gegeben, die dich bei deinem Cannabisentzug unterstützen können. Jetzt liegt es an dir, den ersten Schritt zu machen und endlich aufzuhören zu kiffen! Wir wünschen Dir jedenfalls viel Erfolg beim Cannabis Entzug🙂 

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